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| Ist eine aggressive Blutdrucksenkung bei älteren Patienten sinnvoll?

Über die richtigen Blutdruckwerte wird viel diskutiert. Das Therapieziel hängt von der individuellen Vorerkrankung ab

(mw) 

Mit dieser Frage beschäftigen sich amerikanische Ärzte und stellten anhand von 15 Studien eine Nutzen-Risikobilanz für ältere Bluthochdruckpatienten auf. Hierzu verglichen sie in ihrer Metaanalyse die Ergebnisse verschiedener intensiver Blutdruckkontrollen.

In neun der ausgewerteten Studien konnte gezeigt werden, dass eine Senkung des Blutdrucks auf 150/90 mmHg einen substanziellen Nutzen für Hochdruckpatienten ab 60 Jahren bringt: Die Mortalität sinkt um 10 %, kardiale Ereignisse reduzieren sich um 23 % und Schlaganfälle sogar um 24 %. Eine weitere Senkung auf Werte von ≤ 140/85 mmHg führte zu keiner weiteren, signifikanten Risikoreduktion. Allerdings zeigten zwei Studien, dass Bluthochdruckpatienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten, von einem systolischen Blutdruck von 130 mmHg profitieren. Das Risiko eines weiteren Schlaganfalles konnte, im Vergleich zu einem systolischen Blutdruckwert von 140 mmHg, nochmals deutlich reduziert werden. Des Weiteren konnte in der Metaanalyse gezeigt werden, dass eine strenge Blutdrucksenkung weder die kognitiven Leistungen, noch die Lebensqualität negativ beeinflusst und ebenfalls nicht vermehrt zu Stürzen und Frakturen führt.

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Quelle: www.aerztezeitung.de / QUIRIS
Bild: fotolia_ Alexander Raths